Was bin ich nicht
 
Psychiater:
Die heutige Psychotherapie hat vor gut 100 Jahren wesentlich im deutschsprachigen Raum mit der Entwicklung der Psychoanalyse von Sigmund Freud begonnen, wurde aber ab 1933 in der ersten deutschen Diktatur behindert, sodass führende Psychoanalytiker auswandern mussten.
Nur in Deutschland kam es seit dem zu einer getrennten Entwicklung zwischen der traditionell weiter an den deutschen Universitäten gelehrten Psychiatrie und dem sich neu herausbildenden Zweig der Psychotherapie außerhalb Deutschlands. Während sich in der Alt-Bundesrepublik mit der Psychiatrie-Reform in den 70-er Jahren Psychiatrie und Psychotherapie wieder annäherten und die Psychotherapie als normale Kassenleistung etabliert wurde, blieb die unheilvolle Trennung in der zweiten deutschen Diktatur erhalten.
Aufgrund des ideologischen Menschenbildes spielte die Psychotherapie (vor allem die Psychoanalyse) in den kommunistischen Ländern nur eine marginale Rolle. Psychisch Kranke wurden deshalb – wie auch z.B. Kranke mit einem Wahn - in der DDR vom Psychiater und weitgehend nur mit Medikamenten behandelt.
Nach dem Umbruch begann im Osten ein Dialog zwischen Psychiatern und neu ausgebildeten Psychotherapeuten. Trotzdem gehen Psychotherapeuten noch deutlich anders mit Ihnen als Patienten um als Psychiater. Wenn Sie als Patient beide kennen lernen, werden Sie den Unterschied wahrscheinlich bemerken!
Aus diesen Gründen gibt es in Deutschland sowohl den Facharzt für Psychiatrie (oft mit dem erklärten Zusatz „Psychotherapie“ versehen) und den Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (= FA für Psychotherapeutische Medizin). Ich bin also Psychotherapeut und kein Psychiater. Verwirrend, nicht?

Psychologe:
Ich habe nicht an der Uni Psychologie studiert sondern komme
aus der Medizin.